Rückblick

Eine Initiative von Allert + Martin, Hinken Consulting und Herder Verlag,
16. November 2016, 16.00 bis 20.00 in Freiburg

Beschäftigung und Arbeit sind zentral für eine erfolgreiche Integration in unsere Gesellschaft. Die Zuwanderung vieler, größtenteils junger Menschen ist für Arbeitgeber Chance und Herausforderung zugleich. Gemeinsam mit erfahrenen Integrationshelfern und Vertretern aus der Wirtschaft haben wir einen Blick auf diese Herausforderungen geworfen und Orientierung gegeben. Download: Programm

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der für die 60 Teilnehmer die Grußworte sprach, verspätete sich mit der Botschaft, dass die Errichtung der Landeserstaufnahmestelle in Freiburg verabschiedet wurde. Nach der Begrüßung durch Tanja Martin eröffnete Fabio Debus die Reihe der Impulsvorträge.

App REFASCENT, Fabio Debus, Gewinner des Start-up-Teens – Award 2016

Die app hat zum Ziel, Geflüchtete und Einheimische miteinander in Kontakt zu bringen. Damit diese Kommunikation gelingt, liefert die App gleichzeitig ein Übersetzungsprogramm in 26 Sprachen. Sie dient sowohl der Hilfe bei der Jobsuche, als auch bei der Integration ins soziale und kulturelle Leben. Finden Sie hier die app.

XING Gruppe „Jobsearch for Refugees“ , Ria und Hans Hinken

Die XING Gruppe hat zum Ziel, die Anbahnung von Geflüchteten ins Arbeitsverhältnis zu unterstützen. Aktuell hat die Gruppe 132 Mitglieder. Darunter sind Geschäftsführer, Personaler und Unterstützer in Firmen sowie 30 Flüchtlinge, die so direkt von Unternehmen kontaktiert werden können. Bislang wurden 4 Geflüchtete vermittelt. Einer von ihnen ist der Elektronik-Ingenieur Abdulrahman Abdullah, der von Hans Hinken auf der Veranstaltung interviewt wurde. Er hat vor 2 Wochen sein Praktikum begonnen und soll im nächsten Jahr eine Festanstellung erhalten. An seiner Seite stand die ausgebildete, iranische Informatikerin, die einen Ausbildungsplatz sucht. Beide machen große Fortschritte beim Erlernen der deutschen Sprache und fühlen sich in ihrer neuen Heimat ausgesprochen wohl. Hier werden Sie Mitglied im XING-Netzwerk.

Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis, RA Claudia Vogel

Dass bei der Einstellung von Geflüchteten in hiesige Unternehmen auch der rechtliche Rahmen einzuhalten ist, darauf verwies in ihrem fundierten Vortrag die Rechtsanwältin für Arbeits- und Migrationsrecht. Sie betonte, dass selbst geduldete Flüchtlinge eine Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz hätten, wenn bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllt sind. Nach ihrem Vortrag gab sie in Einzelgesprächen wertvolle Tipps und Hinweise an Geflüchtete und Unternehmensvertreter.

Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten in der Region, Sandra Megahed, Integrationslotsin der Südwestmetall

Sandra Megahed, berichtete ausführlich von ihren Erfahrungen aus der Praxis, die sie bei der Vermittlung und Begleitung von Geflüchteten in der Region gesammelt hat.
Sie betonte die Wichtigkeit einer Brückenfunktion zwischen Unternehmen und Flüchtlingen und befürwortete ein Mentoring-Programm, das geeignete Mitarbeiter schult, um die arbeitstechnische und soziale Integration voran zu bringen. Sie verwies auf die „Politik der kleinen Schritte“ und benannte einige Best-Practice-Unternehmen.

Geflüchtete in Ausbildung bei Endress + Hauser, Jens Kröger, Leiter der Personalentwicklung

Jens Kröger, Leiter der Personalentwicklung, schilderte die Situation der Geflüchteten in Ausbildung bei Endress + Hauser. Sein Unternehmen richtete für Geflüchtete 7 Praktikums- und 4 Ausbildungsplätze zusätzlich in diesem Jahr ein. Da das Erlernen der deutschen Sprache einen wesentlichen Schritt für die Integration darstellt, bietet sein Unternehmen am Standort Maulburg eine zusätzliche, individuelle Sprachförderung an. Hierfür konnten pensionierte Lehrkräfte gewonnen werden, die von Endress + Hauser bezahlt werden.

Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln, Tanja Martin und Eva Peters

Den letzten Impulsvortrag zum Thema „Geflüchtete auswählen, integrieren und entwickeln“ gestalteten Eva Peters und Tanja Martin, die nützlichen Methoden und Vorgehensweisen vom Erstkontakt bis zur Integration von Geflüchteten für Unternehmen darstellten. Neben dem Blick auf die Biographie und die übergreifenden Kompetenzen auf Seiten des Bewerbers steht die interkulturelle Kompetenz der Organisation im Vordergrund. Im Bereich der Personalentwicklung zeigten Sie Ansätze für das gemeinsame Lernen rund um die Integration.

Bei seiner abschließenden Zusammenfassung verwies Hans Hinken darauf, dass Mut, Offenheit und Respekt auf beiden Seiten gefördert werden muss, damit eine nachhaltige Integration Früchte tragen kann. Mentoring-Programme mit Fokus auf interkulturelle Kompetenz und Teams können dabei eine hilfreiche Einrichtung sein.

Austausch und Interaktion

In der anschließenden, lebhaften Diskussion verwies der Leiter der Agentur für Arbeit, Freiburg, Christian Ramm darauf, dass 23 seiner Mitarbeiter sich ausschließlich mit der Arbeitsvermittlung von Flüchtlingen und der Beratung von Unternehmen beschäftigen.
Auch das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ war durch ihren Mitarbeiter Constantin Bräunig vertreten, der aktuelle Zahlen beisteuerte.

Ein Dank geht insbesondere an Ria Hinken, die durch ihre Social Media Aktivitäten, erheblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen hat.

Die ergebnisoffene Follow Up Veranstaltung findet am 24. Januar 2017 statt.

Wir danken unseren Sponsoren:

Ingenieurgruppe Freiburg GmbH
www.igf-info.de

Holger Warzecha
http://www.warzecha-formgeberei.de

Wehrle Medienproduktion UG
www.wehrle-mp.de

Xing

Zwei interessante Bücher zum Thema

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